Baulotstab Zweibeinstative
Baulotstab, Spitze und Zweibein richtig wählen
Der Baulotstab überträgt einen Punkt am Boden auf das Prisma oder die GNSS-Antenne. Er ist das billigste Teil in der Messkette und zugleich das, an dem die meisten Millimeter verloren gehen. Zwei Dinge entscheiden über das Ergebnis: ob der Stab lotrecht steht und ob die eingetragene Zielhöhe stimmt.
Zuletzt aktualisiert:
- 35 mm bei 1 GradLagefehler bei 2 m Stabhöhe
- 1,36 bis 3,60 mLängen der geführten Stäbe
- 5/8 und 1/4 ZollAnschlussgewinde im Sortiment
Die Neigung entscheidet, nicht der Preis
Ein Baulotstab hebt den Zielpunkt um seine Höhe an. Steht er schief, wandert das Prisma waagrecht vom Punkt weg, und zwar um die Stabhöhe mal den Sinus des Neigungswinkels. Bei 2,00 Meter Stabhöhe und einem Grad Neigung sind das 35 Millimeter. Der Messwert selbst bleibt dabei einwandfrei, nur steht er über dem falschen Punkt.
Die Höhe leidet kaum: dieselbe Neigung senkt das Prisma um weniger als einen halben Millimeter. Deshalb fällt eine schiefe Stabhaltung bei Höhenkontrollen nicht auf und beim Abstecken sofort. Wer Lage misst, braucht die Libelle. Wer nur Höhen abgreift, kommt mit weniger aus.
| Neigung | Winkel | Versatz bei 2 m | Praxis |
|---|---|---|---|
| Libelle eingespielt | 0,13 Grad | rund 5 mm | Dosenlibelle mit 8 Minuten Empfindlichkeit |
| Leicht schief | 0,5 Grad | rund 17 mm | Von Auge nicht mehr erkennbar |
| Sichtbar schief | 1 Grad | rund 35 mm | Reicht für eine falsche Wandflucht |
| Aus der Hand gehalten | 2 Grad | rund 70 mm | Ohne Zweibein bei Wind realistisch |
Gerechnet als Stabhöhe mal Sinus des Neigungswinkels. Bei 1,50 m Stabhöhe fallen die Werte um ein Viertel kleiner aus, bei 2,60 m um ein Drittel grösser. Die Höhenabweichung bleibt in allen Fällen unter einem Millimeter.
Die Stäbe im Vergleich
Carbon oder Aluminium, ausziehbar oder fest, mit Elektronik oder ohne. Die Wahl richtet sich danach, was oben draufkommt und wie weit der Stab getragen wird.
| Baulotstab | Material | Länge | Besonderheit |
|---|---|---|---|
| CRP1 Baulotstab | Carbon | bis 2,05 m | Zwei Gewinde, zwei Libellen |
| CRP4 Baulotstab | Carbon | bis 2,20 m | Zielhöhe automatisch am AP20 |
| CRP51 Baulotstab | Standard | Prismenbetrieb | Einstieg für gängige Prismen |
| GLS30 Baulotstab | Fiberkarbon | 1,36 bis 2,00 m | 700 g, Raster bei 1,8 und 2,0 m |
| GLS111 Baulotstab | Alu | 1,40 bis 2,60 m | Rot-weiss geteilt, 1,48 kg |
| GLS112 Baulotstab | Alu | 1,47 bis 3,60 m | Für hohe Ziele, 1,88 kg |
| GLS115 Mini-Reflektorstab | 4-teilig | 10 bis 130 cm | 1/4 Zoll für Miniprismen |
Die Längenangaben sind Herstellerwerte. Rot-weiss geteilte Stäbe sind im Fernrohr schneller zu finden, Carbonstäbe sparen über den Tag spürbar Gewicht und bleiben bei Sonneneinstrahlung masshaltiger als Aluminium.
Die Spitze richtet sich nach dem Untergrund
Eine Standardspitze findet auf Beton den Punkt und versinkt im Aushub. Die auswechselbaren Spitzen für CRP1, CRP4 und GLS30 decken den Rest ab, und der Wechsel dauert weniger lang als das Suchen nach einer Ausrede für den abgerutschten Punkt.
Vier Spitzen und wofür sie gedacht sind
- CRP10 StandardspitzeDie Grundausführung für tragfähigen Untergrund. Auswechselbar, wenn sie stumpf wird.
- CRP12 gefedertFedert beim Aufsetzen. Für Absteckungen, bei denen der Stab oft neu gesetzt wird.
- CRP11 mit DrehpunktFlaches Ende mit Gelenk. Für Böschungen und Erdhaufen, auf denen die Spitze sonst kippt.
- Sandplatte für CRP1Breite Auflage für weichen Boden. Der Stab sinkt nicht ein, der Punkt bleibt reproduzierbar.
Zweibein, Griff und Mini-Systeme
Die Zweibeinstrebe hält den Stab senkrecht, während beide Hände frei bleiben. Sie ist keine Bequemlichkeit: Sobald eine Beobachtung länger als ein paar Sekunden dauert oder der Wind geht, hält keine Hand den Stab in der Toleranz der Libelle.
Für beengte Verhältnisse gibt es dieselbe Logik im Kleinen. Der Mini-Prismenstab mit 5/8-Zoll-Gewinde und drehbarer Libelle steht im Mini-Zweibeinstativ, das über zwei Stellschrauben feinjustiert wird. Damit lassen sich Punkte unter Decken, in Schächten und an Leibungen anzeichnen, an die kein 2-Meter-Stab herankommt.
Der Kombilotstock spart den Umbau
Der Mini-Kombilotstock 1 fasst die gefederte Spitze CRP12, den Adapter CRP13 und den Griff CRP14 mit Libelle zu einem Satz zusammen. Der Mini-Kombilotstock 2 setzt stattdessen auf Mini-Zweibein und Mini-Prismenstab. Beide werden ohne Prisma geliefert, das MPR122 kommt separat dazu.
Die Zielhöhe eintragen und kontrollieren
Der teuerste Fehler am Lotstab kostet nichts und dauert eine Sekunde: die Zielhöhe wird verstellt und im Feldrechner nicht nachgeführt. Jede folgende Höhe ist dann um genau diesen Betrag falsch, und keine Kontrollanzeige schlägt an.
Zwei Gegenmittel haben sich bewährt. Erstens Stäbe mit definierten Rastpunkten statt stufenloser Verstellung, wie der GLS30 Baulotstab mit Druckverschluss bei 1,80 und 2,00 Metern. Zweitens Systeme, die die Höhe selbst melden: Der CRP4 Baulotstab erkennt am AP20 AutoPole die Zielhöhe bis 2,20 Meter automatisch und kompensiert zusätzlich die Neigung, sodass der Stab nicht mehr lotrecht stehen muss.
Welches Prisma auf den Stab gehört und welche Prismenkonstante dazu in der Station stehen muss, klärt der Prisma-Ratgeber. Zu den Prismen.
Warum ZETECH
Leica Partner seit 2003
Stab, Spitze und Prisma werden bei uns zusammen ausgewählt, nicht einzeln verkauft.
Zertifizierte Servicewerkstatt
Von Leica zertifiziert für Wartung und Reparatur.
Kalibrierung mit Zertifikat
Prüfung und Justierung mit nachvollziehbarem Kalibrierzertifikat.
Eigenentwicklungen
Z Cup und Z Point für Spraydose und Kreuzmarkierung, abgestimmt auf Carbonstäbe.
Versand ab Lager
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Persönliche Ansprechpartner statt anonymer Hotline.
Häufige Fragen
Der Lagefehler ist die Stabhöhe mal der Sinus des Neigungswinkels. Bei 2,00 m Stabhöhe ergibt ein Grad Neigung rund 35 mm Versatz, ein halbes Grad rund 17 mm. Die Höhe bleibt nahezu unberührt, sie ändert sich um weniger als einen Millimeter.
Eine übliche Dosenlibelle mit acht Bogenminuten Empfindlichkeit lässt bei eingespielter Blase rund 5 mm Versatz auf 2 m Stabhöhe zu. Das ist für Absteckungen im Rohbau ausreichend. Wer darunter bleiben muss, braucht ein Zweibein und eine geprüfte Libelle.
Sie hält den Stab senkrecht, ohne dass eine Hand daran bleibt. Das ist nötig, sobald eine Beobachtung länger dauert, Wind geht oder Sie gleichzeitig am Feldrechner arbeiten. Aus freier Hand sind zwei Grad Neigung im Baustellenalltag realistisch, das sind 70 mm bei 2 m.
Auf Erdhaufen und Böschungen die CRP11 mit flachem Ende und Drehpunkt oder die Sandplatte für den CRP1. Beide verteilen die Last, sodass der Stab nicht einsinkt und der Punkt reproduzierbar bleibt. Auf tragfähigem Untergrund genügt die CRP10.
5/8 Zoll ist das Standardgewinde für Baulotstäbe, Stative und die gängigen Prismen und GNSS-Antennen. 1/4 Zoll sitzt am Mini-Reflektorstab GLS115 und nimmt Miniprismen und Flachprismen auf. Adapter wie der GAD105 überbrücken die Aufnahme für Miniprismen an Lotstäben.
Carbon ist leichter und bleibt bei Sonneneinstrahlung masshaltiger. Der GLS30 wiegt 700 Gramm, ein Alu-Stab wie der GLS111 rund 1,5 Kilogramm. Aluminium ist günstiger und mit rot-weisser Teilung im Fernrohr schneller zu finden. Wer den Stab den ganzen Tag trägt, merkt den Unterschied im Kreuz.
Technisch bis 3,60 m beim GLS112. Praktisch steigt der Lagefehler linear mit der Höhe, deshalb gilt: so kurz wie möglich, so lang wie nötig. Lange Stäbe sind für Ziele gedacht, die von der Station aus sonst verdeckt wären.
Nein. Der AP20 kompensiert die Neigung des CRP4 Baulotstabs und erkennt zusätzlich die Zielhöhe bis 2,20 m automatisch. Das nimmt genau die beiden Fehlerquellen aus dem Ablauf, die am Lotstab am häufigsten auftreten.
Welcher Stab passt zu Ihrer Ausrüstung?
Sagen Sie uns, welches Instrument und welches Prisma Sie einsetzen und auf welchem Untergrund Sie überwiegend arbeiten. Wir stellen Stab, Spitze und Zweibein passend zusammen.
























